MPU Abstinenznachweis: Das musst du wissen

Der Führerscheinentzug und die Teilnahme an der medizinisch-psychologischen Untersuchung gehen oftmals auch mit einem MPU Abstinenznachweis einher. Die Anzahl ist hier aber eigentlich nicht ganz korrekt, denn es werden gleich mehrere Nachweise über einen längeren Zeitraum verlangt. Doch wie läuft das Ganze konkret ab, wie viele Nachweise sind erforderlich und lässt sich das Ganze möglicherweise auch ohne Abstinenznachweis erledigen? Wir haben uns für dich mit dem Thema detailliert beschäftigt und alle Infos zum Abstinenznachweis für MPU im Folgenden aufgeführt.

MPU Abstinenznachweis

Pflicht oder nicht: Wann werden Abstinenznachweise verlangt?

Die Gründe dafür, weshalb ein Verkehrsteilnehmer an der medizinisch-psychologischen Untersuchung teilnehmen muss, können vielfältig sein. Nicht immer ist es zum Beispiel der Drogenkonsum oder der Alkohol im Straßenverkehr. So kann eine MPU auch wegen Straftaten oder einfach wegen zu vieler Punkte angeordnet werden. In diesen beiden Fällen ist dann in der Regel keine Notwendigkeit für einen Abstinenznachweis vorhanden, so dass dieser nicht notwendig ist. Immerhin lagen die Ursachen für den Entzug der Fahrerlaubnis ganz woanders.

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MPU Abstinenznachweis: Wie läuft er ab?

Der MPU Abstinenznachweis wird natürlich nicht Wochen im Voraus angekündigt, sondern ereilt dich immer spontan. Auf diese Art und Weise wird sichergestellt, dass du auch wirklich abstinent bist und nicht etwa nur für ein positives Testergebnis auf Alkohol oder Drogen verzichtest. Durchgeführt werden das Drogenscreening oder der Alkoholtest also immer kurzfristig und in unregelmäßigen Abständen. Worauf du dich aber verlassen kannst, ist die festgelegte Anzahl an Screenings, die durchgeführt wird:

  • Urinscreening: 4 Urinkontrollen in 6 Monaten oder 6 Urinkontrollen in 12 Monaten
  • Haaranalyse: bei einjähriger Drogenabstinenz 4 Haaranalysen, bei einjähriger Drogenabstinenz zwei Haaranalysen

Die Unterschiede in den Zeiträumen resultieren natürlich vor allem aus der Nachweisbarkeit im Blut bzw. Urin. Den Nachweis oder Test hier zu fälschen ist dementsprechend nicht möglich. Möchtest du den Abstinenznachweis bestehen, musst du also für die gesamte Dauer (6 oder 12 Monate) auf Alkohol oder Drogen verzichten. Tust du das nicht, fällt der Test positiv aus und du wirst deinen Führerschein nicht wiederbekommen. Interessant: Für eine Haaranalyse und einen damit verbundenen Test auf Alkoholkonsum kommen nur Haare mit einer Länge von maximal drei Zentimetern in Frage. Beim Drogenkonsum Haare mit einer Länge von rund sechs Zentimetern. Gleichzeitig dürfen die Haare nicht gefärbt, getönt oder gebleicht sein.

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MPU ohne Abstinenznachweis bestehen: Ist das möglich?

Es gibt immer wieder Gerüchte darüber, dass sich der Abstinenznachweis zum Beispiel auf 3 Monate verkürzen lässt oder dieser sogar umgangen werden kann. Das stimmt allerdings nur zum Teil. Wer aufgrund eines Vergehens durch Drogenkonsum im Straßenverkehr aufgefallen ist, der muss die MPU bestehen mit Abstinenznachweis. Verkürzen lässt sich der Zeitraum für die Tests ebenfalls nicht. Etwas anders sieht es aber bei einer MPU wegen Alkoholkonsum aus. Hier kann es unter Umständen sein, dass dem Teilnehmer die Freiheit zum „kontrollierten Trinken“ gegeben wird. Das ist der Fall, weil in unserer Gesellschaft der Drogenkonsum generell nicht verachtet, sondern viel mehr etabliert ist. Ein Schlückchen auf dem eigenen Geburtstag oder an Weinachten wäre dementsprechend drin. Allerdings gilt dann meistens, dass ein sogenanntes Trinktagebuch geführt werden muss, wo die einzelnen Getränke genau aufgeführt werden. Darüber hinaus gilt natürlich auch während dieser Zeit, dass keinesfalls am Straßenverkehr teilgenommen werden darf. Auch nicht dann, wenn nur alkoholfreies Bier konsumiert wurde.

Gut zu wissen: Wer Medikamente einnimmt, muss für diese nicht immer einen Abstinenznachweis vorlegen. Der Grund hierfür dürfte klar sein, denn einige Medikamente können schließlich für den Teilnehmer überlebenswichtig sein.

Fazit: Nachweise in der Regel Pflichtprogramm

Die Richtlinien der MPU sehen im Falle der Drogen- oder Alkohol-MPU ganz klar das Einreichen von Abstinenznachweisen vor – zumindest im Großteil aller Fälle. Lediglich in Ausnahmesituationen kann es sein, dass die Behörde keine Nachweise verlangt und dir zum Beispiel das kontrollierte Trinken ermöglicht. Rund um die Nachweise gilt natürlich, dass diese nicht nachträglich oder rückwirkend erbracht werden können. Du musst beim jeweiligen Termin erscheinen, andernfalls wird dir dies negativ ausgelegt. Unterm Strich gibt es hier also keine Schlupflöcher, keinen doppelten Boden und keine anderen Fluchtwege: Du musst diese Nachweise liefern und schlicht und ergreifend während des Testzeitraums auf Alkohol oder Drogen verzichten.


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  • MPU Abstinenznachweis: Pixabay