Musstest du deinen FĂŒhrerschein auf Grund von schwerwiegenden VerstĂ¶ĂŸen im Straßenverkehr abgeben, ist der Weg bis zum RĂŒckerhalt keinesfalls kurz. Du musst einige Tests und Aufgaben im Rahmen der MPU meistern und unter UmstĂ€nden zum Beispiel auch einige Drogentests ĂŒber dich ergehen lassen. Ein deutlich bekannterer Bestandteil des ganzen ist allerdings ein MPU psychologisches GesprĂ€ch. Hier unterhĂ€ltst du dich mit einem Gutachter, welcher anschließend beurteilt, ob du deinen FĂŒhrerschein zurĂŒckbekommen wirst. Was genau dabei fĂŒr Fragen gestellt werden, worauf du dich einstellen musst und was es zu beachten gibt, erfĂ€hrst du hier.

 

MPU: Welchen Sinn hat das psychologische GesprÀch?

Eine MPU besteht immer aus unterschiedlichen Teilaufgaben, welche zusammen die gesamte PrĂŒfung bilden. Hierbei handelt es sich zum einen um das psychologische GesprĂ€ch, in welchem du dich mit einem Psychologen in einem Raum befindest und deine aktuelle Situation erklĂ€rst. Der Psychologe analysiert deine Aussagen und entscheidet dann im Anschluss darĂŒber, ob du deine Lektion gelernt hast und deinen FĂŒhrerschein zurĂŒckerhalten wirst. Das psychologische GesprĂ€ch ist dabei in der MPU enorm wichtig und hat den grĂ¶ĂŸten Anteil an einem möglicherweise positiven Gutachten. Solltest du nĂ€mlich im psychologischen GesprĂ€ch ĂŒberzeugen können, kannst du schlechte Leistungen aus dem Test durchaus ausgleichen. Andersherum ist dies aber wiederum nicht möglich. Solltest du also ein MPU psychologisches GesprĂ€ch in den Sand setzen, kannst du diesen Auftritt auch mit starken Leistungen in den anderen PrĂŒfungen nicht mehr ausgleichen.

Achtung: Es liegt auf der Hand, dass du dich auf dein psychologisches GesprĂ€ch und alle weiteren PrĂŒfungen in der MPU gut vorbereiten solltest. Eine wunderbare Hilfe ist dabei unser Online-Kurs, der dich auf sĂ€mtliche Aufgaben in der MPU vorbereiten wird!

 

MPU: Psychologisches GesprÀch im Detail

GrundsĂ€tzlich lĂ€sst sich rund um ein MPU psychologisches GesprĂ€ch erwĂ€hnen, dass du dich hierbei nicht auf die juristischen Punkte konzentrieren musst. Der Psychologe interessiert sich also nicht fĂŒr eine mögliche Schuldfrage, sondern voll und ganz fĂŒr eine Person. Du musst also im Prinzip nicht allzu nervös sein, sondern kannst im Falle einer guten Vorbereitung locker an das GesprĂ€ch herangehen. Wie das psychologische GesprĂ€ch dann im Detail ablĂ€uft, siehst du in unserer kurzen Übersicht hier. NatĂŒrlich wollen wir auf die Details aber auch noch einmal genauer eingehen:

  • Exploration/Lebenslauf
  • Deliktgeschichte
  • Deliktvorgeschichte/Deliktursachen
  • VorlĂ€ufige Mitteilung des Ergebnisses

 

Exploration/Lebenslaufdaten

Das psychologische GesprĂ€ch beginnt recht locker, so dass du dich erst einmal an deine aktuelle Situation gewöhnen kannst. Zu Beginn möchte sich der Gutachter ein genaues Bild von dir verschaffen und ĂŒberprĂŒft zum Beispiel deinen Familienstand, deinen Beruf oder deine Hobbys. DarĂŒber hinaus werden dir möglicherweise auch ein paar Fragen zu deiner aktuellen Lebenssituation gestellt.

 

Deliktgeschichte

In diesem Teil geht das erste Mal etwas intensiver in die Thematik. In der Deliktgeschichte geht es darum zu erklĂ€ren, was im Straßenverkehr genau passiert ist und warum es passiert ist. Hier lieferst du also Informationen zum Vergehen selbst, kannst gleichzeitig aber auch die BegleitumstĂ€nde des Ganzen noch einmal genauer beschreiben.

 

Deliktvorgeschichte/Deliktursachen

Der wohl intensivste Part im MPU GesprĂ€ch wartet mit der Deliktvorgeschichte bzw. im Bereich der Deliktursachen auf dich. Hier geht es nicht mehr nur um die VorfĂ€lle im Straßenverkehr, sondern die gesamte Problemlage auch abseits des Straßenverkehrs. Solltest du also beispielsweise mit Alkohol oder Drogen Problemen haben, wird hier noch einmal genauer ĂŒber die Ursachen dafĂŒr gesprochen und welche Schwierigkeiten der Konsum mit sich bringt. DarĂŒber hinaus interessiert sich der Psychologe an dieser Stelle auch dafĂŒr, wie sich deine Situation verĂ€ndert hat und wie stabil diese VerĂ€nderung tatsĂ€chlich ist.

 

VorlÀufige Mitteilung des Ergebnisses

Sobald der Gutachter genĂŒgend Informationen gesammelt hat, werden die Ergebnisse am Ende des GesprĂ€chs noch einmal zusammengefasst und dir ein vorlĂ€ufiges Resultat mitgeteilt. Sollte der PrĂŒfer also einen guten Eindruck von dir bekommen haben, wirst du bereits hier eine Information darĂŒber erhalten, wie gut du abgeschnitten hast. Beachten solltest du allerdings, dass dieses Ergebnis natĂŒrlich noch durch einen negativen Drogentest oder Ă€hnliches verĂ€ndert werden kann. Das genaue Gutachtenergebnis erhĂ€ltst du nach wenigen Tagen per Post.

 

MPU psychologisches GesprÀch Dauer: Wie lange dauert das GesprÀch?

Eine genaue Angabe darĂŒber, welche Dauer das psychologische GesprĂ€ch im MPU Test mit sich bringt, lĂ€sst sich so allgemein natĂŒrlich nicht geben. Angepeilt sind hier mindestens 45 bis 60 Minuten, da die Fragen auf keinen Fall in weniger als 30 Minuten beantwortet werden können. Der PrĂŒfer selber ist allerdings an keine zeitliche Vorgabe gebunden, sondern kann sich fĂŒr dich so viel Zeit nehmen, wie er möchte. Nach oben hin gibt es also keine Grenze.

Achtung: Gerade weil keine Begrenzung fĂŒr das psychologische GesprĂ€ch aufgestellt wird, kann es hier zu Verzögerungen kommen. Daran solltest du also denken, wenn du deine Zeitplanung fĂŒr den MPU Test aufstellst.

 

MPU Fragen: Auf welche Fragen muss ich mich einstellen?

NatĂŒrlich gibt es auch rund um die MPU psychologisches GesprĂ€ch Fragen keine einheitliche Angabe fĂŒr alle Teilnehmer. Die Fragen richten sich immer danach, aus welchen GrĂŒnden du beim Psychologen bzw. der MPU gelandet bist und welchen Eindruck du insgesamt auf den PrĂŒfer machst. Nichtsdestotrotz gibt es allerdings auch ein paar typische MPU psychologisches GesprĂ€ch Fragen, auf die du dich fast schon verlassen kannst. Welche das sind und wie du darauf am besten antworten solltest, verraten wir dir natĂŒrlich.

  1. „Warum bist du bei der MPU gelandet?“

FĂŒr den PrĂŒfer stellt diese Frage einen optimalen Einstieg in das GesprĂ€ch dar. Auch wenn die Antwort nĂ€mlich eigentlich recht simpel erscheint, verrĂ€t sie möglicherweise viel ĂŒber deine Einstellung zu den Dingen. Idealerweise antwortest du hier nur sachlich und beschreibst noch einmal, was genau passiert ist. Werten solltest du hier nicht, das wird der Gutachter fĂŒr dich ĂŒbernehmen. Auf jeden Fall aber solltest du ehrlich bleiben und klar zugeben, dass du einen Fehler gemacht hast. Möchtest du dem PrĂŒfer dein Vergehen als Ausrutscher verkaufen, dĂŒrfte das wiederum einen negativen Einfluss auf das GesprĂ€ch haben.

  1. „Hast du dich auf dieses GesprĂ€ch vorbereitet?“

Auf diese Frage solltest du natĂŒrlich mit einem ja antworten und klarstellen, dass du dich intensiv mit dem GesprĂ€ch und der gesamten MPU beschĂ€ftigt hast. Das musst du allerdings glaubwĂŒrdig rĂŒberbringen können, denn ansonsten lassen diese Aussagen an deiner GlaubwĂŒrdigkeit zweifeln. Ideal ist es also, wenn du im Vorfeld wirklich eine MPU Vorbereitung durchgefĂŒhrt hast und dich zum Beispiel mit Seminaren oder Online-Kursen auf deinen Test vorbereitest.

  1. „Wie kam es zu dem Vergehen?“

Diese Frage hat es in sich, auch wenn sie auf den ersten Blick vielleicht sehr harmlos wirkt. Der PrĂŒfer möchte von dir nĂ€mlich hier im Prinzip hören, dass du ein Problem mit deinem Verhalten rund um Drogen oder Alkohol hast. Der Grund hierfĂŒr liegt auf der Hand: Solltest du beispielsweise mit Drogen im Straßenverkehr erwischt worden sein, bist du vermutlich kein Erstkonsument, sondern greifst mit großer Wahrscheinlichkeit regelmĂ€ĂŸig zu Drogen. Es wird dir hier also nicht helfen, zu erklĂ€ren, dass es sich um eine einmalige Angelegenheit handelt. Stattdessen solltest du dein Problem benennen und dann auch erklĂ€ren, wie du dich diesem gestellt hast.

  1. „Was möchtest du in der Zukunft verĂ€ndern?“

Ebenfalls eine enorm wichtige Frage ist die Frage nach der Zukunft bzw. den Zukunftsaussichten. Hier musst du dem PrĂŒfer glaubhaft erklĂ€ren können, dass du aus deinen Erfahrungen der letzten Monate gelernt hast und dich von den alten Mustern komplett verabschiedest. Der PrĂŒfer wird hier allerdings auch genauer nachhaken und zum Beispiel fragen, was dich so sicher macht, dass du kĂŒnftig komplett auf Drogen oder Alkohol verzichten kannst. HierfĂŒr solltest du also ein paar gute Antworten parat haben.

Achtung: Es liegt auf der Hand, dass du dich auf das psychologische GesprĂ€ch intensiv vorbereiten musst, um hier die richtigen Antworten liefern zu können. BeschĂ€ftige dich also im Vorfeld mit den Themen und sorge dafĂŒr, dass kein Eindruck von Unwissenheit entsteht.

 

MPU psychologisches GesprĂ€ch positiv abschließen: Worauf kommt es an?

FĂŒr die gesamte MPU und das Ergebnis hat das psychologische GesprĂ€ch eine ĂŒbergeordnete Bedeutung. Du musst hier zwar keine Schuldfragen oder Ă€hnliches beantworten und dich auch nicht rechtfertigen. Dennoch ist diese GesprĂ€ch ganz wesentlich entscheidend dafĂŒr, ob du deinen FĂŒhrerschein zurĂŒckbekommen wirst. Es kommt unterm Strich also darauf an, den Gutachter davon zu ĂŒberzeugen, dass du dich mit deiner VerkehrsauffĂ€lligkeit und den persönlichen Ursachen dafĂŒr intensiv beschĂ€ftigt hast und hieraus auch Konsequenzen ziehen konntest.

Wichtig fĂŒr einen positiven Eindruck ist hierbei vor allem, dass du bei der Wahrheit bleibst. Es bringt dir nichts, die Geschichten schön zu fĂ€rben oder diese wohlmöglich vollkommen frei zu erfinden. Der PrĂŒfer wird das schnell merken und dich dann garantiert noch deutlich grĂŒndlicher unter die Lupe nehmen. DarĂŒber hinaus musst du hier ĂŒbrigens auch nicht auf eine besonders gewĂ€hlte Ausdrucksweise achten. Stattdessen solltest du in deiner eigenen Sprache sprechen, denn auch das erhöht die GlaubwĂŒrdigkeit natĂŒrlich deutlich. Gleichzeitig musst du dir auch keine Sorgen darĂŒber machen, dass du gewisse Dinge nicht richtig erklĂ€ren kannst oder Ă€hnliches. Die Gutachter sind Profis und wollen dir unterm Strich natĂŒrlich auch helfen.

Achtung: Sollte dein MPU psychologisches GesprĂ€ch negativ verlaufen sein, ist das ein K.O-Kriterium fĂŒr ein positives Gutachten. Das heißt also: Überzeugst du den PrĂŒfer im Dialog nicht, wirst du auch kein positives Gutachten bekommen und deinen FĂŒhrerschein erst einmal nicht zurĂŒckerhalten.

 

MPU im Blick: Was kommt neben dem GesprÀch noch dran?

Wie eingangs schon erwĂ€hnt, besteht die MPU PrĂŒfung aus unterschiedlichen Aufgaben. Das psychologische GesprĂ€ch kann dabei als grĂ¶ĂŸte Herausforderung bezeichnet werden, wird fĂŒr dich aber keinesfalls die einzige HĂŒrde in diesem ganzen Prozess sein. Stattdessen musst du dich darauf einstellen, neben dem psychologischen GesprĂ€ch auch noch eine Ă€rztliche Untersuchung bestehen zu mĂŒssen. Hierbei handelt es sich um eine „normale“ Untersuchung, in der zum Beispiel anatomische AuffĂ€lligkeiten ĂŒberprĂŒft werden. DarĂŒber hinaus gehört zur Untersuchung aber möglicherweise auch ein MPU Drogentest, wenn du zum Beispiel auf Grund von Drogen im Straßenverkehr deinen FĂŒhrerschein abgeben musstest. Ein weiterer Bestandteil der MPU ist der sogenannte MPU Reaktionstest oder Leistungstest. Dieser besteht noch einmal aus unterschiedlichen Aufgaben, in denen du deine Reaktionsschnelligkeit oder deine Wahrnehmung unter Beweis stellen musst.

 

Fazit: Intensives GesprÀch zu erwarten

Musstest du deinen FĂŒhrerschein auf Grund von Drogen oder Alkohol im Straßenverkehr abgeben, kannst du diesen natĂŒrlich nicht einfach so von heute auf morgen zurĂŒckbekommen. Stattdessen musst du in der MPU und insbesondere dem psychologischen GesprĂ€ch nachweisen können, dass du wirklich aus deinen Fehlern gelernt hast. Das musst du glaubwĂŒrdig rĂŒberbringen, denn ansonsten wird dir der PrĂŒfer deine Aussagen nicht abkaufen – und in diesem Fall dann auch ein negatives Gutachten ausstellen. Zusammenfassend lĂ€sst sich also ganz klar sagen, dass du dich intensiv auf das GesprĂ€ch vorbereiten solltest, was aber natĂŒrlich auch fĂŒr die restlichen Aufgaben der MPU gilt.


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Bildquellen

  • MPU psychologisches Gespraech: Pixabay
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